Dein Honda Hornet Forum

powered by Hornet-Home.de

Aktuelle Zeit: Mo 21. Okt 2019, 09:18

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Forum gesperrt Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Fr 21. Jan 2011, 10:59 
Offline
Forums-Institution
Benutzeravatar

Registriert: Do 28. Okt 2004, 11:59
Beiträge: 18229
Wohnort: Bielefeld
Motorrad: Yamaha MT-09 Tracer + XTZ 750
Geschlecht: M
Danke gegeben: 488
Danke bekommen:
182 mal in 140 Posts
Hier etwas aus dem Technik-Bereich, was auch sehr gut in unser FAQ passt.

Es geht um die Heckhöherlegung im Allgemeinen (also durchaus für alle interessant) und um das Modell von MIZU (für die alte 6er) im Speziellen.
Verfasst wurde dieser sehr ausführliche Bericht von Stephan Habermann. Leider weiß ich nicht, ob er hier noch aktiv ist, noch wie seine Forenkennung ist/war.
Somit kann ich ihn leider nicht als Autor hier aufführen....
:nix:



Der Mizu Heckhöherlegungskit, nur ein optischer Gag oder mehr?

Die seit kurzem für die Hornet im Handel erhältliche Heckhöherlegung der Firma Mizu erlaubt dem ambitionierten Hornissentreiber, das Heck in luftiger Höhe, mit freiem Blick auf die hintere Walze für die Nachfahrenden, um die Ecken zu biegen. Doch was auf den ersten Blick wie ein optischer Gag ausschaut, ist viel mehr ein nicht ganz unerheblicher Eingriff in die Rahmen- und Fahrwerksgeometrie.

Bild


Wie funktioniert's?

Durch eine geänderte Federbeinaufnahme an der Schwinge kann man mit diesem Kit das Heck höher legen. Hierzu wird das Federbein an der Schwingenaufnahme abgeschraubt und mit dem Distanzstück wieder neu verschraubt. Dadurch verlängert sich das Federbein um 26 mm. Das Heck selbst hebt sich dann von original an der Bürzelspitze gemessenen 98 cm um 9 cm in eine luftige Höhe von 107 cm. Diese Werte können je nach Zustand und Einstellung des Dämpfers geringfügig variieren.

Bild


Was passiert genau mit dem Motorrad?

Das Heck selbst ist ja ein starrer Teil des Monobackbonerahmens der Hornet, da kann sich also nichts heben oder bewegen. Die obere Federbeinaufnahme ist ebenso im festen Verbund in den Rahmen eingebunden, das tut sich auch nichts. Die untere Federbeinaufnahme jedoch ist mit der Schwinge verbunden. Die Schwinge ist als einziges Teil am Rahmen der Hornet eben nicht starr, sondern an der Schwingenbefestigung im Rahmen drehbar und somit flexibel befestigt. Man spricht hier auch von Schwingenachse oder Schwingendrehpunkt. Das montierte Distanzstück wirkt quasi als Federbeinverlängerung. Das verlängerte Federbein wirkt im sonst starren Rahmenverbund somit direkt auf die Schwinge und stellt diese an der Schwingenachse steiler an.

Bild

Dadurch wird die Schwingenachse angehoben. Es wird also nicht direkt das Heck höhergelegt, sondern der Effekt besteht darin, daß der starre Verbund des Hautprahmens um die Schwingenachse angehoben wird. Da sich die Schwingenachse hinten im Hauptrahmen befindet, hebt sich somit deutlich das Heck, während sich die Front, also der Lenkkopf als Gegenpart zur Schwingenachse, ganz leicht absenkt. Die gesamte Rahmen- sowie Fahrwerksgeometrie ändert sich so in Folge. Durch die höhergelegte Schwingenachse vergrößert sich die Bodenfreiheit, die Schwinge wird steiler angestellt, das Heck hebt sich, die Gabel steht steiler. Folgerichtig vermindern sich Nachlauf sowie Lenkkopfwinkel, selbst der Radstand an sich verkürzt sich minimal.

Bild


Die Auswirkungen

Fahrwerkstechnisch wird die Hornet mit diesem Umbau noch weit mehr in Richtung Handlichkeit getrimmt, als es im Original schon ist. Der Schwerpunkt der Maschine verändert sich nach oben und auch nach vorn. Ebenso ändert sich der Winkel (steiler) des hinteren Federbeins, woraus sich auf Grund veränderter Hebelgesetzte ein etwas größerer Negativfederweg sowie eine leicht veränderte Dämpfungscharakeristik ergibt. Insbesondere vorn auf die steiler stehende Gabel, wo durch die veränderten Hebelgesetze die gleichen Kräfte wirken, verstärkt sich der Effekt zusätzlich durch den nach vorn verlagerten Schwerpunkt. Auch hier vergrößert sich der Negativfederweg. Das Motorrad steht zwar außer am Lenkkopf höher, aber trotzdem mehr in den Federn als vorher. Der übrigbleibende Federweg wird also etwas reduziert. Am hinteren Federbein ist das sicherlich für den normalen Gebrauch vernachlässigbar, vorn jedoch empfiehlt es sich unbedingt, die originalen und relativ weichen Federn gegen härtere Federn aus dem Zubehörhandel zu tauschen.

Bild


Nicht vergessen!!

Ganz wichtig bei der Höherlegung ist die Stellung der Schwinge bzw. die Positionierung von Schwingendrehpunk, Ritzel und Kettenrad. Am vorderen antriebsseitigen Teil der Schwinge befindet sich die sogenannte Kettengleitschiene. Diese soll verhindern, daß die im Bereich der Schwingenachse leicht an der Schwinge streifende Kette selbige an dieser Stelle beschädigen kann. Steht die Schwinge nun steiler, läuft die Kette durch das aus der ehemaligen Linie nach unten abfallende Kettenblatt stärker über diesen Kettengleitschutz und läßt diese mehr verschleissen. Der Zustand der Kettengleitschiene ist öfter als gewöhnlich zu kontrollieren. Richtig haarig wird das ganze, wenn die Übersetzung geändert wird. Die beliebte Tuningvariante der kürzeren Übersetzung per verkleinertem Ritzel verstärkt diesen Effekt sehr. Der Kettengleitschutz ist dann innerhalb kurzer Zeit zerstört. Wenn man mit der montierten Heckhöherlegung kürzer übersetzen möchte, ist auf jeden Fall dazu ein größeres Kettenrad zu verwenden, das diesem Effekt entgegenwirkt.

Bild

Auch auf die Kettenspannung ist ein besonderes Augenmerk zu richten. Durch die steiler gestellte Schwinge wird die vor dem Umbau korrekt gespannte Kette mehr Durchhang haben. Dieser Durchhang ist im Normalfall beizubehalten. Dadurch wird beim vollen Durchfedern vermieden, daß Kette, Kettenblattlager sowie Getriebelager extremen Beanspruchungen durch die dann evtl. überspannte Kette ausgesetzt werden. Zur Selbstüberprüfung: Die maximale Kettenspannung ist erreicht, wenn Ritzel, Schwingendrehpunkt sowie Hinterradachse etwa eine Linie bilden. Das läßt sich gut beim Umbau nach dem dann notwendigen Dämpferausbau kontrollieren. Da jedoch der Mizu Höherlegungskit schon recht extrem ist, empfiehlt es sich zu prüfen, ob der Dämpfer auf den Block geht, bevor eben die oben beschriebene Linie erreicht ist. Dann ist der Kettendurchhang entsprechend einzustellen. Zur späteren Kontrolle empfiehlt es sich bei dieser Gelegenheit ein Meßholz anzufertigen. Sprich Holz zurechtschneiden, senkrecht zwischen Schwinge und Kette klemmen, Schwinge unauffällig markieren und dann später anhand der Markierung und eben dem Holz kontrollieren und ggf. nachspannen.

Bild

Der Seitenständer ist nach dem Umbau zu kurz. Um Abhilfe zu schaffen wird eine Edelstahl Distanzhülse für den Seitenständer mitgeliefert. Durch die kleine Seitenständerplatte wird mittig,
nahe dem Seitenständerrohr ein Loch gebohrt, durch das die Schraube für die Montage der Edelstahl Distanzhülse geführt und selbige anschließend mit dem Seitenständer verschraubt wird. Dies sieht ein bißchen bescheiden aus. Wer die Möglichkeiten hat, kann sich auch den Seitenständer durchsägen lassen und dann durch Einschweissen eines Röhrchens, evtl. unter Verwendung einer Hülse zur Stabilisierung, verlängern lassen, das sieht wohl besser aus.

Bild

Kleingewachsene Fahrer, die im Original schon Probleme mit der Sitzhöhe und der nötigen Beinlänge hatten, sollten auf den Kit verzichten. Man sitzt eben auch höher ;).


Auswirkungen und Optik

Das Fahrverhalten ändert sich mit dem Kit drastisch. Den bisherigen Erfahrungsberichten zufolge wird das Fahrverhalten merklich kopflastiger, da man durch die nach vorn veränderte Sitzposition mehr Druck (Gewicht) auf das Vorderrad bringt. Das Lenken fällt viel leichter als vorher, die Hornisse fährt sich superhandlich. Auf jeden Fall muß man sich wohl ein bissel drauf einstellen. Weitere detailierte Erfahrungsberichte folgen hoffentlich :-). Die Optik seht Ihr ja auf den Fotos, macht Euch einfach Euer eigenes Bild. Auf jeden Fall kommt der Hinterreifen besser zur Geltung :-).

Bild


Schlußwort

Wegen des sich ändernden Fahrverhaltens ist die Mizu Heckhöherlegung meiner Meinung nach mehr als nur ein optischer Gimmick. Zudem ist diese Höherlegung in Ihrer Ausführung schon recht extrem. Die am Heck gemessenen 9 cm nach oben fallen schon ein bißchen aus dem Rahmen dessen, was es an Möglichkeiten für andere Bikes gibt. Dieser Beitrag erhebt also noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit ;).
Das Wichigste, nämlich Eure persönlichen Erfahrungen mit den Fahreigenschaften sind mangels Gelegenheit und fehlender ausgiebiger „Testfahrten“ noch nicht richtig eingebunden.

Danke an Mick und Peter, die den Kit zu ersten Test- und Fotozwecken an einem Sonntagnachmittag probeweise an Peter's Hornisse montiert haben. Ohne das daraus erworbene Hintergrundwissen wäre dieser Beitrag in der Form nicht möglich gewesen.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
BedankenMit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Forum gesperrt Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de