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 Betreff des Beitrags: Druckregler der Einspritzanlage
BeitragVerfasst: So 5. Aug 2018, 20:55 
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Viele Beiträge, in denen Probleme mit der Hornet 900 geschildert werden, nennen folgende Symptome:

  • Motor läuft unrund, besonders bei niedrigen und mittleren Drehzahlen
  • Zündaussetzer
  • Hoher Verbrauch (normalerweise bei sinniger Fahrweise gut 5 Liter auf 100 km)
  • Motorrad riecht nach Benzin
  • Kerzen von Zylinder 2 und 3 verrußt oder nass

Selbst Werkstätten folgern oft zu Unrecht, dass "keine Verbrennung" eine Folge von "Zündung fehlerhaft" wäre, tauschen erst die Zündkerzen und dann die Zündspulen mit Kabeln. Fatalerweise haben Zylinder 2 und 3 eine gemeinsame Zündspule und da liegt für viele nahe, dass ein schlechter Lauf dieser beiden Zylinder an der Spule liegen müsste. Damit die Zylinder nicht nur zünden, sondern auch verbrennen, muss aber auch zündfähiges Gemisch vorhanden sein -also Benzin und Luft im passenden Verhältnis. Und hier kommen wir dem Fehler näher.

Eine weitere Gemeinsamkeit der Zylinder 2 und 3 ist nämlich, dass beide über Unterdruckschläuche mit dem Benzindruckregler verbunden sind.

Was ist das für ein Teil?

Gucken wir uns mal die Einspritzanlage an.

Bild

Teil 9 ist der Druckregler. Hier ein Teilefoto.
Die Einspritzanlage wird von einer kräftigen Benzinpumpe gespeist, deren Summen wir vom Einschalten der Zündung kennen. Sie fördert so viel Benzin, dass auch bei wildester Fahrt immer genug "Nachschub" zur Verfügung steht. Das wäre für gemütliches Dahinrollen oder Leerlauf aber viel zu viel. Darum gibt es besagten Regler, der die jeweils nicht benötigte Menge über eine Rücklaufleitung zum Tank zurück schickt.

Über die beiden Unterdruckleitungen "erfährt" der Regler den Lastzustand des Motors, um die richtige Spritmenge abzuzweigen. Dazu ist im Druckregler eine Membran, die per Unterdruck betätigt wird. Reißt nun die Membran, dann saugt der Motor über die beiden Unterdruckschläuche Sprit an der Einspritzanlage vorbei direkt in die beiden Zylinder 2 und 3, so dass diese zumindest bei Bummelfahrt völlig überfetten. Erst bei Volllast ist der Motor (immer noch mehr schlecht als recht) in der Lage, den zusätzlichen Sprit mit zu verbrennen.

Fazit: Druckregler defekt? Dann überfetten in den meisten Fällen die mittleren Zylinder so stark, dass der Motor zeitweise nur auf 2-3 Zylindern läuft, besonders bei wenig Last. Es gibt natürlich auch die umgekehrte Möglichkeit, dass der Druckregler keine ausreichende Benzinmenge frei gibt und der Motor bei Lastanforderung ins Stolpern gerät, Diesen Fall hatte ich allerdings an den 900ern noch nicht, deshalb soll das hier kein Thema sein.

Erkennen kann man den defekten Regler meiner Meinung nach nicht. Man kann nur aus den Symptomen schließen, dass er der Hauptverdächtige ist und ihn tauschen -wobei das Teil zumindest bei offiziellen deutschen Händlern um die 200 Euro kostet. Im Ausland, z.B. über partzilla.com, ist er billiger, aber es kommen natürlich Transportkosten, Zoll und vor allem Wartezeit dazu. Wer eine Unterdruckpistole hat, wie man sie zum Entlüften von Bremsanlagen nimmt ("Mytivac" o.ä.), kann allerdings den Saugschlauch der Pistole an den Anschluss der Unterdruckleitung anschließen. Saugt man darüber Benzin an, ist die Membran schadhaft. Dabei bitte nur sehr wenig Unterdruck erzeugen, um nicht eine heile Membran zu beschädigen!

Wie wechselt man das Teil und wo sitzt es überhaupt?

Du findest es unterhalb des (hochklappbaren) Tanks ganz oben auf der Einspritzleiste, dem so genannten "Common Rail". Es ist mit zwei Schrauben dort befestigt, über einen O-Ring abgedichtet (liegt dem Neuteil bei und muss nicht extra bestellt werden!) und hat an beiden Enden Schläuche aufgesteckt. Ein Schlauch verzweigt wie gesagt zu den beiden Unterdruckleitungen und kann einfach abgezogen werden. Der andere ist die Rücklaufleitung zum Tank und trägt eine kräftigere Schelle.

Zwei Vorsichtsmaßnahmen, die leider nicht im Handbuch stehen:

  • Hinten am Tank ist die Metallhalterung, die das Schwenken des Tanks erlaubt. Diese setzt beim Hochklappen des Tanks auf dem Rahmen auf und verkratzt dessen Lack. Darum diesen Bereich am Besten dauerhaft am Rahmenrohr abkleben, z.B. mit Gaffa-Tape.
  • Niemals den Tank aufstellen oder gar abnehmen, wenn das Motorrad auf dem Seitenständer steht! Nie nie nie! Dann steht der Lenker immer schräg, und ihr werdet ihn je nach Reparaturfortschritt hin und her drehen müssen. Ruckzuck drückt ihr dabei mit dem Lenker(schalter) eine Beule in den Tank (geht sehr leicht) oder verursacht Kratzer. Idealerweise steht das Vorderrad beim Arbeiten in einer Wippe, das verhindert ein Drehen des Lenkers. Ansonsten zumindest Heckheber/Hauptständer (wenn vorhanden) nutzen und Vorderrad gerade stellen...Finger weg vom Lenker! :schlaumeier:

  • Sitzbank und beide Seitendeckel abnehmen (Inbus SW5)
  • Tankbolzen SW10 hinten lösen, Tank nach hinten ziehen und vorne anheben
  • Zum besseren Abstützen besser NICHT, wie angegeben, das vordere Tankende abstützen. Der Tank hat seitlich Spiel und jede Bewegung birgt die Gefahr, dass der "Turm" wackelt, das Holz wegrutscht und der volle Tank mit Schmackes herunter fällt!
    Stattdessen einen Gegenstand hinten quer unter den Tank legen. Ich habe z.B. einen Messbecher genommen. Der Tank ist so viel besser fixiert.
  • Auf der linken Motorradseite geht die Rücklaufleitung vom Tank zum Druckregler der Einspritzanlage. Klemmschelle reglerseitig mit Zange zusammendrücken, Schelle nach hinten schieben.
  • Leeren 20-Liter-Kanister bereit stellen, in dessen Öffnung ein größerer Trichter steckt.
  • Schlauch vom Druckregler abziehen. Achtung! Tank läuft über diesen Schlauch restlos leer! Deshalb den Kanister mit Trichter so abstellen, dass der losgelassene Schlauch genau den Trichter trifft. So geht das Ablassen sehr bequem und ohne Geklecker, man muss nicht mal dabei bleiben. Das vollständige Ablassen über diesen Schlauch empfiehlt sich auch beim Tausch des Druckreglers. Man kann natürlich diesen Schlauch auch verstopfen oder mit einer Schlauchzange abklemmen.
  • Das im Handbuch beschriebene umständliche Lösen von Anschlüssen unter dem Tank, wo man kaum mit den Händen oder gar Werkzeug hin kommt, muss also nicht sein.
  • Am Druckregler zwei Schrauben SW8 mit einer kleinen Knarre ausschrauben. Unterdruckschlauch abzeihen, neuen Regler montieren und die Schrauben mit 10 Nm anziehen (möglichst kleinen Drehmomentschlüssel benutzen, nicht so ein meterlanges Teil!)

_________________
Viele Grüße, Micha

ANTRIEBSART: OTTO
*** Meine Ur-Hornet ***
*** Meine Hornet 900 ***


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