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BeitragVerfasst: Di 1. Okt 2019, 09:07 
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Hallo Hornetfreunde, mein erster Beitrag hier bei euch und gleich eine Frage, bei der ich trotz nächtelanger Lektüre des Forums euren Rat brauche. Ich hab vor kurzem meinen A-Schein gemacht und such nun eine zuverlässige, agile Maschine, die mich bei trockenem Wetter zur Arbeit bringt (knapp 10 Kilometer Stadtverkehr :-?) und ab und zu bei einer kleinen Feierabendtour Freude macht. Für ersteres wäre ein Roller wohl besser aber da hab ich einfach keine Lust mehr drauf :razz: Bin nun seit ich den Schein hab vom 1- bis 4-Zylinder schon alles einmal probegefahren und auf der 600er Hornet PC 36 hab ich mich sofort wohl gefühlt. Mir gefällt die Laufruhe im unteren Drehzahlbereich, perfekt um im Stadtverkehr mitzuschwimmen, und der Punch + Sound wenn man dann doch mal hochdreht. Dazu der klassische Look mit Rundscheinwerfer und die gute Honda-Qualität, kurzum mir gefällt sie einfach, könnt ihr ja sicher nachvollziehen :D

Die Saison ist nun zwar schon fast rum aber in den Fingern juckts trotzdem, wenn ich ein gutes Exemplar finde möchte ich noch in diesem Jahr zuschlagen. In meiner näheren Umgebung stehen zwei Maschinen - was haltet ihr davon?

2004er PC36 mit 27 TKm für 2.300 VHB: https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/honda-hornet-600-ccm-cb600f-tuev-neu/1183192314-305-8864

+ hat ein Scheckheft
+ 24er Service mit Ventilspiel ist gemacht worden
+ MIVV-ESD
+ neuer TÜV
- Vergaser
- etwas lieblose Fotoaufnahmen; allg. Pflegezustand?

2002er SC 48 mit 25 Tkm für 2.700 VHB: https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/honda-hornet-900-cb900f-109ps-erst-25tkm-naked-bike/1216230517-305-8135

+ steht auf den Fotos top da
+ mehr Hubraum und Bums von unten
+guter Preis für eine 900er?
- kein Scheckheft
- TÜV nächstes Jahr fällig
- kleiner Umfallschaden
- Fahrzeug ist abgemeldet, Probefahrt schwierig

Ich bedank mich schon mal für eure Hilfe! :-) Schöne Grüße aus dem Süden!


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BeitragVerfasst: Di 1. Okt 2019, 10:26 
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Also -herzlich willkommen, Heinz!

Mich wundert ein bisschen, wie Dein Anforderungsprofil und Deine Motorradwahl zusammen passen. Wie Du schon sagst: für die Kurzstrecke durch die Stadt zur Arbeit gibt es kein ungeeigneteres Fahrzeug als ein Motorrad mit bis zu 109 PS.

Selbst die 600er Hornet ist in meinen Augen das falsche Motorrad dafür, weil sie im Stadtverkehr ständig unterfordert ist und Du bei jedem Anfahren schon wieder auf der Bremse stehst, um dem Vordermann nicht auf der Stoßstange zu hängen. Und dann nochmal 300 Kubik plus Drehmoment plus Leistung obendrauf -wozu? Andere, jüngere müssen den Stufenführerschein machen, den Älteren traut man Vernunft genug zu, um nicht direkt nach dem Führerschein das Größte zu kaufen, was geht.

Ich würde für das, was Du vorhast, vielleicht eine CB500 anpeilen. Zahm genug im Stadtverkehr und trotzdem mit 58 PS munter genug für den Rest. Ich habe die ganzen Motorradvarianten, die Du da aufzählst, in der Garage, und hole für die Stadt und Kurzstrecken (knapp 10 km heißt, der wird nie richtig warm!) ganz bestimmt nicht den Vierzylinder aus der Garage.

Ja, ich weiß: Du wolltest das Gegenteil von mir hören. Aber es war ja durchaus als Frage "was haltet ihr davon" formuliert. Und ich sag: nix, sorry ;)

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BeitragVerfasst: Di 1. Okt 2019, 12:21 
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Hallo Micha, danke für deine schnelle Antwort und den ehrlichen Rat. Das hilft mir in jedem Fall weiter, auch wenn ich natürlich eine andere Antwort erhofft hatte. Die CB 500 hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm und werde mich da heute Abend näher einlesen.
Zitat:
Ich habe die ganzen Motorradvarianten, die Du da aufzählst, in der Garage, und hole für die Stadt und Kurzstrecken (knapp 10 km heißt, der wird nie richtig warm!) ganz bestimmt nicht den Vierzylinder aus der Garage.
Genau da liegt mein Problem: ich habe leider weder den Platz noch die Mittel, um mehr als ein Motorrad zu unterhalten und so für jede Strecke das passende Gefährt zu wählen. Deshalb möchte/muss ich nun mit einem Motorrad starten, das ein möglichst breites Einsatzspektrum abdeckt. Natürlich möchte ich damit nicht nur in der Stadt rumgurken, sondern auch mal nach Feierabend oder am Wochenende eine Runde drehen. Aber das Motorrad sollte eben auch Kurzstreckenbetrieb in der Stadt wegstecken können, da ich das Motorrad auch für praktische Zwecke einsetzen möchte und nicht nur als Hobby sehe.
Zitat:
Selbst die 600er Hornet ist in meinen Augen das falsche Motorrad dafür, weil sie im Stadtverkehr ständig unterfordert ist und Du bei jedem Anfahren schon wieder auf der Bremse stehst, um dem Vordermann nicht auf der Stoßstange zu hängen.
Mir fehlt da sicher etwas die Erfahrung, da ich noch nicht allzu viele Motorräder gefahren bin, muss aber sagen, dass ich gerade beim entspannten Fahren in der City mit Geschwindigkeitsbereich bis gut 60 km/h km/h die Hornet im Vergleich zu einem 1- oder 2-Zylinder mit weniger PS entspannter zu fahren empfand. Aber das empfindet sicher jeder anders.


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BeitragVerfasst: Di 1. Okt 2019, 12:32 
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Ich sehe das nicht als Problem an, sich auf "nur" ein Motorrad zu beschränken. Eher anders herum: ich muss immer drei stehen lassen, also vor jeder Fahrt entscheiden, was zu meiner heutigen Fahrt gut passt. Und da ist es eben selten so, dass ich sage "möglichst viel von allem". Mit der CRF250L bin ich z.B. im letzten Jahr 4000 km gefahren, dafür habe ich mit der Hornet 900 eineinhalb Jahre gebraucht. Nicht, weil die Hornet schlecht wäre oder so etwas, sondern weil ich nur selten weitere Touren mache, wo Drehmoment und Leistung der Dicken zum Tragen kommen. Und in der Stadt bremse ich mehr, als ich Gas gebe. Da habe ich an der CRF mit 4,60 Wendekreis und nur 25 PS mehr Spaß, fahre Kringel um den Berufsverkehr, und hole sie auch einfach mal raus, um die Tüte Brötchen zum Frühstück zu haben.

Kurz: die Hornet ist geil. Aber als geldsparendes Innenstadtfahrzeug, sozusagen Rollerersatz...nehme ich etwas anderes.

Übrigens, was das unentspannte Fahren mit "weniger PS" in der Stadt angeht:
laut Vergleichstest der Motorrad bist Du bis 5000 Umdrehungen bei der Hornet 600 (in dem Fall PC36) "stets mit weniger als 27 PS unterwegs".

Eher schon wird so ein Schuh draus: dem Vierzylinder ist es egal, wenn Du ihn stark untertourig (wie vom jahrelangen Autofahren gewohnt) fährst. Deswegen kommt der Anfänger, dem noch etwas das Gespür für passende Drehzahlen fehlt, damit erst mal besser klar. Er kann sozusagen nichts falsch machen. Was Du fühlst, ist nicht "Leistung", sondern die Möglichkeit, noch mit Dieseldrehzahlen zu fahren, die Dir Zwei- und Einzylinder übel nehmen.

Ach so...ein Fahrzeug, das ideal zum beschriebenen Einsatzgebiet passt, wäre übrigens die NC-Serie von Honda -die mit dem Staufach im Tank. Hat auch mindestens 670 Kubik, ist aber auf Stadt und gelegentliche Ausflüge ausgelegt.

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BeitragVerfasst: Mi 2. Okt 2019, 15:11 
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Hallo,

ich möchte hier Micha beipflichten. Ich habe auch etwas Auswahl in der Garage um hier in Berlin herumzugurken.

Ab und an nehme ich auch die Hornet (PC36), in Berlin sind 10 km schnell zusammen und meist geht es ins Umland mit ca. 35 km. Aber um schnell zum Kino zu fahren ist in meinem Fall die SRX 600 oder die Moto Guzzi Breva 750 i.e. besser geeignet.

In beiden Fällen sind es auch luftgekühlte Maschinen, die im Berliner Staubetrieb schnell warm werden.

Die CB500 ist sicher eine gute Stadtempfehlung, eine SR 500 wäre es m.E. auch - je fahrradähnlicher, desto besser.
Oder tatsächlich Fahrrad und/oder Öffi für die Stadt und die Hornet fürs Umland. Vielleicht wäre das ja auch ein Mobilitätsmodell für Dich.

VG - Matthias


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BeitragVerfasst: Mi 2. Okt 2019, 19:50 
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Jongens, ihr meints ja gut, aber... Schmarrn :razz:

Klar, wenn ich mir nen ganzen Stall voll Moppeds hinstellen kann, dann würd ich xyz blabla - alles schon gesagt. Den Platz hab ich aber leider auch nicht und beschränke mich aktuell auch auf ein einziges Mopped. Ganz klar: ich würd da keine andere als meine SC48 stehen haben wollen. Seit 2013 macht die alles mit - ob Fahrt über 8km zum Zahndoc, oder 300+ Km zwischen F und NOM. Im Auslandsurlaub war sie auch schon bei. Der einzige Ort, an welchem ich denke "Mist, dafür bräuchte ich eigentlich nen anderes Mopped!", war die Autobahn.

Also ich seh da überhaupt kein Problem - die SC48 und auch ihre kleinen Schwestern sind doch allesamt perfekte Allrounder :bier:


Okay, ne CB500 ist niedlich, ja. Wär ich knapp bei Kasse und wollte unbedingt ein Zweitmopped zum Schinden haben (bspw um die Nisse zu schonen), dann würd ich mir evtl auch ne CB500 hinstellen... aber doch nicht als Solist :roll2:

Wär Platz und Kohle im Überfluss da, dann wär die CB500 auch direkt wieder vom Tisch - dann wär mein Zweitmopped ne SC77... danach ne Nuda... dann irgendwas fürn Dreck und ein Trial Bike. Die CB500 ist vielleicht ein tolles Alltagsmotorrad für den genügsamen Kradisten, der einfach nur ein Arbeitspferd sucht - aber sobald die Option "Hornet" auftaucht, ist die CB500 doch sowas von vom Tisch!

Meine Meinung :wink:

hornetheinz hat geschrieben:
und auf der 600er Hornet PC 36 hab ich mich sofort wohl gefühlt

Dann nimm sie! :)

Evtl gönn dir vorher noch ne Probefahrt mit der SC48 - nicht, dass du nacher da stehst und sehnsüchtig auf die Dicke schielst ;)

Nicht zu vernachlässigen finde ich ausserdem, dass die SC48 nen Einspritzer ist und man sich bei CB500, PC34 und PC36 um den Vergaser kümmern muss.


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BeitragVerfasst: Do 3. Okt 2019, 00:46 
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vertex hat geschrieben:
Nicht zu vernachlässigen finde ich ausserdem, dass die SC48 nen Einspritzer ist und man sich bei CB500, PC34 und PC36 um den Vergaser kümmern muss.


...kann man sich denn (selbst) um die Einspritzung kümmern? Wie lange unterstützt/wartet Honda die SC48 noch?

Bloß da Du ja selbst die "Nuda" angesprochen hattest. Lt. "Mo" gibt es speziell bei diesem Modell deutliche Probleme mit der Wartung der Fahrzeugelektronik, weil BMW mit dem Ding absolut nix mehr zu tun haben will. Angeblich die erste "Elektronik-Leiche" der Motorradgeschichte, obwohl mechanisch noch voll in Ordnung. :evil:

Also mittel- und langfristig kannst Du Dir mit Vergasern noch selbst helfen, vor Einspritzung habe ich Respekt.

Ja, dann nimm halt die 600er Hornet. :bier: Mich begeistert diese unglaubliche Breitbandigkeit des "langweiligen japanischen Großserienvierzylinders" auch nach jetzt bald zwei Jahren immer noch! In der Summe über alles das mit Abstand beste Motorrad, das ich je gehabt habe. :love:

Grüße - Matthias

PS: Mein "Stall voll Mopeds" war in Summe billiger als eine üblich ausgestattete Boxer-GS, das meistverkaufte Motorrad in Deutschland. Es geht, glaube ich, nicht so sehr ums Geld als wofür man es ausgibt: für Vielfalt oder Statussymbol.


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BeitragVerfasst: Do 3. Okt 2019, 15:48 
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Nuda: Echt so? Das klingt aber finster. Mit der Nuda hab ich ja keine Erfahrungen - sowas recherchiere ich immer erst, wenn eine Anschaffungsidee akut wird. Was meine Dicke angeht: die läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft und läuft....

Die Elektronik meiner SC48 ist seit 16 Jahren (davon 6 bei mir) praktisch ausfall- und wartungsfrei. Bisher hab ich noch von keiner Einspritzung gehört, die man warten müsste..? Aber auch so grundsätzlich kommen mir Vergaserbatterien immer sehr viel komplexer und fummeliger vor, als das eher übersichtliche Drosselklappengehäuse einer Einspritzung. Da kann man sich hier sehr schön eins von Martin/ZAMsChannel erklären lassen: https://www.youtube.com/watch?v=8yDh0qUIEzA

Das ganze Vergasergerümpel fällt halt einfach weg - stattdessen gibt es nur noch ne Spritleitung mit Druck drauf und ein paar Ventile, die öffnen um Sprit nach Bedarf zuzuführen. Muss aber noch dazu sagen, dass ich bisher weder das Eine, noch das Andere je selbst auseinander hatte: Vorm Vergaser zu viel Schiss (hab ich "damals" immer andere machen lassen) und bei der Einspritzung gab es bisher noch nie Probleme/Bedarf. Aber in der Theorie find ich Einspritzer übersichtlicher und (zumindest auf der mechanischen Seite) wesentlich einfacher als Vergasertechnik. Da hab ich irgendwie mehr Respekt vor nem Einzylinder Vergaser, als vor nem Vierzylinder mit Einspritzung :gruebel:

Bleibt halt noch die Steuerungselektronik, der wir misstrauen könnten und ja, sicher, wenn die hinüber ist, dann kann man die wohl nicht mehr ohne weiteres selbst reparieren? Hab aber grad mal bei der PC34 nachgeschaut - die sogenannte "Zündeinheit" (30410MBZ610) ist auch sone Elektrobox, in die viele Kabel rein gehen und wir nix mehr schrauben können - also wieso dem Ding vertrauen, aber einer Einspritzelektronik nicht? Wenn es wirklich danach ginge, dann müsste man ja gleich wieder zurück zur MZ oder SR500 :laugh:


Noch kurz zum "Stall voller Moppeds"
Bei mir scheitert der einfach am Nichtvorhandensein des Stalls :nix: :lol:


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BeitragVerfasst: Do 3. Okt 2019, 16:08 
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Noch mal vom Stallbesitzer:

CB500 und Hornet 600 haben Vergaser, CRF250L und Hornet 900 Einspritzanlagen.
An beidem arbeite ich, wenn nötig, selbst. Bei den Vergasermodellen heißt das in der Regel "Reinigung der Innereien", bei der Einspritzanlage in der Regel "Austausch, manchmal auf Verdacht". So musste ich an der Hornet 900 schon den sündhaft teuren Druckregler tauschen, und ich kenne hier über das Board schon zwei, privat einen weiteren Hornet 900-Fahrer, die das Geld schubkarrenweise in Werkstätten geschoben haben, die mit Einspritzanlagen und deren Funktion offenbar genauso überfordert waren, wie der Fahrer. In den genannten drei Fällen forderten die Werkstätten zwischen 700 und 1500 Euro dafür, dass sie wild irgend etwas tauschten, ohne dass der Fehler dadurch behoben wurde.

Was ich sagen will: egal, ob Vergaser oder Einspritzanlagen: die Zahl derer, die sich auf deren Wartung und Reparatur gut verstehen, ist überschaubar. Ich kenne wenig Leute, die eine Vergaserbatterie auseinander und wieder zusammen bauen könnten, inklusive Fehlersuche. Das ist bei Einspritzanlagen nicht anders.

Woher der weit verbreitete Irrglaube kommt, als Laie könne man Vergaserbatterien warten, würde aber an Einspritzanlagen scheitern, weiß ich nicht. Vielleicht, weil sich "Vergaser" nach "Zündapp-Mofa" anhört, und das hat man ja auch immer irgendwie zum Laufen bekommen. Eine Hornet 600-Vergaserbatterie (PC34) zerlege ich in ziemlich genau 220 Einzelteile. Und ich baue sie wieder zusammen, ohne dass etwas überbleibt (ich sag nur Forentreffen 2018). Das kannst Du auch? Dann ist ein Vergasermotorrad tatsächlich einfacher zu warten als ein Einspritzer.

Was dessen Wartung angeht: das Gute am Einspritzer ist, dass er Standpausen nicht so schnell übel nimmt wie das Vergasermodell. Man braucht auch keinen Choke. Man muss sich also in der Regel seltener mit dessen Technik befassen, weil der Druck der Benzinpumpe alles frei bläst. Wenn aber die Standpause zu lange dauert, geht auch schon mal die Benzinpumpe fest. Dann werden mal eben 750 Euro plus Einbau fällig.

Also: Bauernregeln vergessen, die versuchen, Motorräder in "leicht und schwer zu reparieren" einteilen. Wer es kann, kann beides, wer nicht, muss bei beiden (oft tief) in die Tasche greifen. Meine Bauernregel heißt: regelmäßig gefahrene Motorräder (inklusive längeren Strecken!) sind und bleiben zuverlässig, solche mit langen Standpausen entwickeln im Lauf der Zeit Schäden -die beim Einspritzer später auftreten, dann aber umso teurer werden.

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BeitragVerfasst: Do 3. Okt 2019, 20:01 
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Aber das ist doch ein Kraftfahrzeug und kein Kraftstehzeug. Solang man es nicht zweckentfremdet erscheint mir ein Einspritzer wartungsärmer - besonders was die einfache Überwinterung angeht.. :)


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BeitragVerfasst: Do 3. Okt 2019, 20:20 
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Nette Diskussion! [emoji6]

Aber man kann doch einfach die Tatsache festhalten, dass eine Vergaserbatterie deutlich aufwendiger gestaltet ist, als eine Einspritzung!

Grundregel des Maschinenbaus:
So viel wie nötig - so wenig wie möglich!



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Mechanisch schon. Und neben Umweltgedanken, Leistungswunsch und Zuverlässigkeit ist der Hauptgrund für die flächendeckende Verwendung von Einspritzanlagen simpel: Elektronik ist billiger zu fertigen als Mechanik.

Der elektronische Aufbau einer Einspritzanlage und der damit verbundenen Zündung ist aber überhaupt nicht trivial.

Nehmen wir nur mal die Sensoren einer aktuellen Einspritzanlage am Motorrad:

Atmospheric pressure, Umgebungsluftdruck
Bank Angle Sensor; Neigungssensor. Schaltet den Motor bei Sturz (Neigung von 70°) ab.
Crankshaft Position Sensor, Kurbelwellenpositionssensor. Erfasst deren Position zur Bestimmung von Zünd- und Einspritzzeitpunkt
Engine Coolant Temperature Sensor; Kühlmitteltemperatursensor
Intake Air Temperature, Ansauglufttemperatur
Manifold Absolute Pressure, (Unter-)Druck im Ansaugkanal
Lambdasonde (O² = Sauerstoff). Liefert Messwert zur Gemischregelung.
Throttle Position, Drosselklappensensor. Ermittelt, wie weit die Drosselklappe geöffnet ist.
Die alle stehen mit der Motorsteuerung in Verbindung und haben auch Einfluss auf die Zündung.
Wenn einer davon spinnt, geht der Motor allerdings meist immer noch in den Notlauf (ruft statische Werte auf) und zeigt per Blinkcode Fehler an.

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Viele Grüße, Micha

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BeitragVerfasst: Fr 4. Okt 2019, 02:20 
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Siehst Micha, daher resultiert mein Respekt. :)

Ich bin halt Maschinenbauer und kein E-Techniker. Muss allerdings zugeben, daß ich die nach dem (Gebraucht-)Kauf der Hornet fällige Vergaserreinigung auch habe machen lassen. Das komplizierteste an Vergaser bei mir ist der Doppelvergaser an der SRX-6, ansonsten jeweils Einzelvergaser, Dell'Orto oder Mikuni.

Im Werkstatthanbuch meiner Guzzi ist beschrieben, wie man mit Computer und Software die Einspritzung zurücksetzt, wie man die Leerlaufdrehzahl richtig einstellt etc. Keine Ahnung, wie ich das als Privatmann überhaupt bekommen soll - und die Zeit arbeitet wohl eher gegen mich.

Vergaserdüsen und Schwimmernadelventile wird man wohl noch ein "paar Tage" bekommen und Unterdruckuhren zum Synchronisieren kosten jetzt auch nicht die Welt.

Aber zugegeben, Vergaser*batterie* á la Hornet hatte ich bislang noch nicht in den Fingern.

Wahrscheinlich wird beides schwierig, wenn man keine Teile mehr bekommt. Diese Nuda-Geschichte (wenn sie denn so stimmt) hat mich stark verunsichert. Da denke ich an die ganzen MT-07/09 in 15 Jahren - wer repariert die noch? Aber wahrscheinlich darf man die dann eh nur noch in der Wüste Gobi fahren...

VG - Matthias


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Mit der Nuda gab‘s schon zu BMW Zeiten Probleme. Nach dem Verkauf ist halt niemand mehr zuständig und Ersatzteile gibt’s oft nicht...

Was hat eine Nuda mit Yamaha-Modellen zu tun?

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Was kratzt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt?


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BeitragVerfasst: Fr 4. Okt 2019, 14:46 
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Hallo Hornetfreunde, da hab ich ja eine Diskussion angestoßen... Eure Tipps haben mich wirklich weitergebracht, auch und ganz besonders die kritischen Hinweise. Ihr wisst ja sicher wie das ist, wenn man sich ein Projekt in den Kopf gesetzt hat. Da blendet man solche Punkte gerne einmal aus. Und von Verkäufern oder Kumpels die zusammen fahren wollen ist solcher Widerspruch ohnehin nicht zu erwarten, die haben ihre eigene Agenda. Trotzdem großen Dank an dich vertex, du hast mein Problem genau verstanden: ich muss mich nun mal für ein Motorrad entscheiden, da ich zum einen ein begrenztes Budget habe (finanziert wird grundsätzlich nicht) und zum anderen ist es der beschränkte Platz bei mir in der Tiefgarage.

Da gerade eine CB 500 bei mir in der Nachbarschaft inseriert ist, hab ich mir die gestern gleich mal angeschaut und bin sie auch Probe gefahren. Was soll ich sagen: ein gutes Motorrad, keine Frage, aber der Funke ist nicht so wirklich übergesprungen. Klar macht der Motor schön Druck von unten und ist sehr agil am Werk, aber das brauch ich gar nicht. Mir gefällt die souveräne Kraftentfaltung und die Laufruhe von einem 4-Zylinder einfach besser, da kann man ganz entspannt durch die Stadt cruisen (gilt für die 600er). Und auch was in die Ergonomie angeht, da sitz ich auf der Hornet einfach besser drauf.

Trotzdem habt ihr natürlich in dem Punkt Recht, dass ein Motorrad in der Stadt grundsätzlich nicht die allerbeste Wahl ist. Bevor ich mir jetzt aber ein möglichst fahrradähnliches Moped hole löse ich die tägliche Pendelstrecke lieber anders. In meinem Freundeskreis sucht gerade ein 125er-Piaggio 2T einen neuen Besitzer, der macht sicher auch Laune und ich könnte ihn wohl für einen guten Preis bekommen. Sogar ein Helm passt unter den Sitz. Den kann ich zur Not auch unter der Laterne abstellen oder eben nochmal meinen Vermieter bequatschen, so ein Teil ist ja nicht allzu groß. Das werd ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Abgesehen davon ob die Hornet nun zu mir passt oder nicht: was haltet ihr denn von den beiden Inseraten? Gute Geräte zum angemessenen Preis oder besser Finger weg?


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